Wilder Westen, wilde Rückfahrt und ein kurzer Schreckmoment – VDS-Karl-May-Fahrt wieder ein voller Erfolg
Regen, Kälte – und trotzdem beste Stimmung
Auf der Hinfahrt war die Welt noch in bester Ordnung. Die Vorfreude auf Winnetou, Old Shatterhand und die besondere Atmosphäre am Kalkberg war groß. Vor Ort zeigte sich das Wetter dann allerdings nicht gerade von seiner freundlichsten Seite. Es wurde kalt, nass und zeitweise ziemlich ungemütlich.
Doch echte Wildwest-Fans lassen sich davon natürlich nicht abschrecken. Wer mit Regenjacke und wetterfester Kleidung ausgestattet war, konnte dem Wetter einigermaßen trotzen – auch wenn der eine oder andere am Ende ziemlich durchgefroren war.
Begleiterin Sophia brachte es im Nachgang treffend auf den Punkt: Abgesehen vom „doofen Wetter“ sei es sehr spaßig und wie immer mega schön anzuschauen gewesen. Auch Kristian zog ein positives Fazit: Auf das Wetter sei man vorbereitet gewesen, die Fahrt habe viel Spaß gemacht – nur die letzte Stunde im Bus sei dann doch „lang und laut“ geworden.
Stunts, Pferde und die einzigartige Kulisse am Kalkberg
Und genau dafür nimmt man einen langen Tag und selbst schlechtes Wetter gern in Kauf: Die Vorstellung in der Arena begeisterte die Gruppe erneut. Spektakuläre Stunts, actionreiche Szenen und natürlich die beeindruckenden Pferde, die sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen lassen, sorgten für staunende Gesichter.
Dazu kommt die einzigartige Kulisse der Arena im Kalkberg. Wer zum ersten Mal dort ist, merkt schnell, dass die Karl-May-Festspiele weit mehr sind als ein gewöhnlicher Theaterbesuch. Die besondere Atmosphäre, die große Freilichtbühne und die Nähe zum Geschehen machen den Besuch jedes Jahr aufs Neue zu einem Erlebnis.
Plötzlich fehlt ein Kind …
Nach der Vorstellung gab es dann allerdings einen echten Schreckmoment. Während der größte Teil der Gruppe bereits auf dem Weg zu den Bussen war, fiel auf: Eine Teilnehmerin fehlte.
Jara Müller und Sophia Allerheiligen-Rinn blieben zurück und machten sich auf die Suche. War sie noch in der Arena? Auf der Toilette? Irgendwo im Zuschauerbereich? Die beiden waren verständlicherweise aufgeregt und meldeten sich telefonisch bei Organisator Jörg Müller, der die Fahrt im Vorfeld geplant hatte, an diesem Tag aber nicht selbst mitgefahren war.
Schnell wurde versucht, über die Eltern Kontakt zur Jugendlichen aufzunehmen. Der Vater war erreichbar – doch das Handy des Kindes lag ausgerechnet heute zu Hause. Also keine Chance auf den schnellen rettenden Anruf.
Für einige Minuten stieg die Nervosität deutlich. Dann endlich die erlösende Nachricht von Eduard Schröder, der bereits mit der Gruppe Richtung Bus gegangen war: Die vermisste Teilnehmerin war tatsächlich selbstständig am Busparkplatz aufgetaucht!
Große Erleichterung bei allen Beteiligten. Jara und Sophia konnten ihre Suche abbrechen und ebenfalls zum Bus kommen. Am Ende war die Gruppe wieder vollständig – und aus dem Schreckmoment wurde eine jener Geschichten, die vermutlich noch bei der nächsten Karl-May-Fahrt erzählt werden.
Dabei half auch in diesem Jahr eine inzwischen bewährte Idee der VDS: Alle Kinder wurden mit kleinen weißen Rucksäcken ausgestattet. Inmitten von rund 2.000 bis 3.000 Zuschauerinnen und Zuschauern waren die Mitglieder der eigenen Gruppe dadurch deutlich leichter wiederzuerkennen. Eine einfache Maßnahme, die sich erneut als ausgesprochen praktisch erwies.
Die letzte Stunde hatte es in sich
Nach all den Eindrücken ging es am Abend zurück nach Dörverden. Wer nun allerdings glaubte, die Kinder würden nach einem langen Tag erschöpft und still in ihre Sitze sinken, hatte die Rechnung ohne die Reisegruppe gemacht.
Vor allem in der letzten Stunde der Rückfahrt wurde es offenbar noch einmal ausgesprochen lebhaft, laut und energiegeladen. Die vielen Eindrücke des Tages mussten wohl dringend verarbeitet werden – und zwar möglichst geräuschvoll.
Vermutlich hätte sich so mancher Begleiter, vielleicht aber ganz besonders der Busfahrer, in diesem Moment einen Marterpfahl und einen ausreichenden Vorrat an Mundknebeln gewünscht. 😉
Zum Glück wussten sich die Betreuerinnen und Betreuer am Ende auch mit deutlich friedlicheren Mitteln durchzusetzen. So erreichte der Bus gegen 21.30 Uhr wieder Dörverden. Nach rund elfeinhalb Stunden waren alle kaputt, einige noch etwas durchnässt – aber vor allem glücklich und voller Eindrücke.
Für fünf Euro ein echtes Ferien-Highlight
Auch für die Verpflegung war bestens gesorgt. EDEKA Schröder unterstützte die Tour mit Getränken und Brezeln, während das Gemüse-Abo frisches Obst für die Fahrt beisteuerte. Dafür gilt beiden Unterstützern ein herzliches Dankeschön!
Ein ganz besonders großes Dankeschön geht aber auch an das gesamte Betreuerteam, das sich über den langen Tag hinweg mit viel Engagement, Geduld und Verantwortungsbewusstsein um die Kids gekümmert hat. Jörg Rosebrock, Eduard Schröder, Christiane Hess, Jara Müller, Sophia Allerheiligen-Rinn und Kristian Knoop hatten bei Kälte, Regen, einer zeitweise ziemlich lebhaften Reisegruppe und sogar einem kurzen Schreckmoment alle Hände voll zu tun – und haben dafür gesorgt, dass am Ende alle Kinder wieder sicher, glücklich und voller Eindrücke nach Hause kamen. Ohne Menschen, die bereit sind, ihre Freizeit zu investieren und Verantwortung für eine so große Gruppe zu übernehmen, wäre eine solche Fahrt nicht möglich. Dafür ein riesiges Dankeschön!
Das Fazit fällt deshalb auch 2026 eindeutig aus: Die Karl-May-Fahrt war wieder ein voller Erfolg. Jahr für Jahr ermöglichen die VDS Dörverden und die Gemeinde Dörverden vielen Kindern und Jugendlichen, ein solches besonderes Erlebnis überhaupt einmal kennenzulernen.
Und bei einem Eigenbeitrag von gerade einmal 5 Euro kann man wohl mit Fug und Recht sagen: So viel Ferienabenteuer, Gemeinschaft, Verpflegung, Busfahrt, spektakuläre Show und Wildwest-Feeling bekommt man nur selten nahezu „geschenkt“.
Ein langer, nasser, lauter – aber vor allem richtig schöner Tag. Und ganz sicher wieder eine Fahrt mit Wiederholungsgefahr! 🤠